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Sippenfest am 13.04.2013

Alles begann mit Heinrich Suttarp

 

Foto: Heiko Scholz

Haben sich auf der Ahnentafel  gefunden: Annegret, Wolfgang und  Stefanie Raring aus Attendorn,  früher Hiltrup, nehmen jedes Mal an  den Familientreffen teil: „Man trifft  sich und hat was zu snacken“, sagt  Wolfgang Raring.

  

Familie Everding besteht aus rund 1600 Mitgliedern, 450 von ihnen hatten sich zum Familientreffen in der Hiltruper Stadthalle angemeldet.

Von Heiko Scholz

Die meisten von ihnen leben heute in oder rund um Münster herum. Niemand von ihnen kennt seine komplette Familie. Bei einer so großen Verwandtschaft ist das wohl auch nicht möglich: Familie Everding besteht aus rund 1600 Mitgliedern. 450 von ihnen haben sich zum Familientreffen am Samstagnachmittag angemeldet.

Ein paar Telefonate führen, einen Termin vereinbaren und das Lokal reservieren. Die Vorbereitungen für eine Familienfeier könnten so einfach sein. Wenn sich die Nachkommenschaft von Bernhard Heinrich Suttarp trifft sind größere Anstrengungen von Nöten: „Etwa drei Jahre im Voraus fangen wir mit den Vorbereitungen an. Ein Jahr vorher laden wir ein“, erklärt Organisator und Familienchronist Ludwig Schulze Everding das übliche Prozedere vor den Treffen, die sich seit dem Jahr 2002 wieder alle fünf Jahre wiederholen.

Früher, da habe man lediglich die Elternhäuser anschreiben müssen. Heute erhalte jede Familie ihre eigene Einladung, per Post oder per E-Mail. „Ohne EDV geht es nicht mehr“, weiß Schulze Everding. Zur Pflege des Stammbaums benutzt er eine spezielle Ahnenforschungssoftware.

Für das Familientreffen hat sich das zwölfköpfige Organisationsteam mit der Hiltruper Stadthalle einen Veranstaltungsort ausgesucht, der der Dimension der Feier gerecht wurde. Am Eingang zum kleinen Sitzungssaal warteten ab 14 Uhr Hunderte Namensschilder darauf, abgeholt zu werden. Die erste Aktion nach dem Abholen der Schilder war für die meisten Familienmitglieder ein Gang durch die obere Etage der Stadthalle: Auf 80 Plakaten war der komplette Stammbaum der Großfamilie abgedruckt, der satte 2400 Personen dokumentiert und rund 350 Jahre zurückreicht.

In seiner Funktion als Chronist erklärte Ludwig Schulze Everding nach der Begrüßung durch Theo Zumkley die gemeinsame Familienhistorie. Wer aufmerksam zugehört hat, weiß jetzt: Alles begann mit Bernhard Heinrich Suttarp:

Er heiratete im Jahre 1807 seine erste Frau Anna Maria Schulze Everding. Nur sieben Tage nach der Geburt von Sohn Johann Bernhard verstarb Anna Maria Schulze Everding am 9. Juni 1808. Gut einen Monat später heiratete Bernhard Heinrich Suttarp Maria Anna Gertrud Schulze Everding, die Halbschwester seiner ersten Frau. „Die Kinder mussten ja versorgt werden“, kommentiert Mitorganisator Theo Zumkley. Aus der zweiten Ehe gingen weitere acht Kinder hervor. Vier der insgesamt neun Nachkommen bekamen ihrerseits Kinder.

So entstanden im Endeffekt vier Linien, zu denen sich auch heute noch die Nachkommen von Bernhard Heinrich Suttarp zuordnen. Die Farben der Linien – gelb, rot, weiß und grün – zieren das Familienwappen der Everdings.

Die Mitglieder der Familie Everding konnten also eine Menge lernen. Gleichzeitig hatten sie Gelegenheit, ein­ander kennenzulernen. Neben ausgiebigen Gesprächen stand zum ersten Mal Theater auf dem Programm der Familien-Großveranstaltung. Das Ascheberger Duo Waltraud und Daniel Thiemann präsentierte „Iätten füör twee“ oder „Dinner for one“ mit familiärem Touch aus dem Hause Everding.

Das Großtreffen der Familie Everding am Samstag war bereits die achtzehnte Veranstaltung ihrer Art. Die Treffen gehen zurück auf den Vater von Ludwig Schulze Everding, Johannes Schulze Everding, dem Sippenpräsidenten, der vor elf Jahren verstorben ist. Das erste Treffen fand vor 60 Jahren in Handorf statt.

 


 Sippenfest am 29.03.2008

 Presseinformation zum Familientreffen  der Familie Everding am 29.03.2008 im Gasthof Mersbäumer

 

Johannes Schulze Everding organisierte das erste Sippenfest, das am 17. Juni 1953 in Handorf stattfand. Ca. 80 Personen nahmen daran teil. Aufgrund der guten Resonanz wurde dieses Treffen regelmäßig in einem Rhythmus von 3 Jahren  bis zum Jahr 1992 wiederholt. Die Teilnehmerzahlen stiegen kontinuierlich bis auf 300 an. Eingeladen wurden jeweils alle Nachfahren des Bernhard Heinrich Suttarp und seiner beiden Ehefrauen Anna Maria Schulze Everding und Maria Anna Gertrud Schulze Everding, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf dem Hof Schulze Everding in Amelsbüren lebten. Die Nachkommenschaft wurde in einem Stammbaum dokumentiert, der von Johannes Schulze Everding aufgestellt und bis 1977 immer wieder aktualisiert wurde. Das geschah durch die Dokumentation der Familienereignisse wie Sterbe-, Hochzeits- und Geburtsdaten in den Festschriften, die zu jedem Sippenfest erschienen.

 

Nach dem Sippenfest 1992, Johannes Schulze Everding war inzwischen 86 Jahre alt, konnte er dieses Treffen nicht mehr organisieren. Somit kam in den nächsten Jahren kein Familientreffen zustande. Auf Initiative von Ludwig Schulze Everding und Theo Zumkley fand sich 1996 aus den verschiedenen Linien der Sippe ein Organisationsteam zusammen, das sich die Aufgabe stellte, die Tradition der Familientreffen zu erhalten. 1998 fand dann das 15. Treffen statt. Ab da sollte sich das Treffen alle 5 Jahre wiederholen.

 

ach dem Sippenfest 1992, Johannes Schulze Everding war inzwischen 86 Jahre alt, konnte er dieses Treffen nicht mehr organisieren. Somit kam in den nächsten Jahren kein Familientreffen zustande. Auf Initiative von Ludwig Schulze Everding und Theo Zumkley fand sich 1996 aus den verschiedenen Linien der Sippe ein Organisationsteam zusammen, das sich die Aufgabe stellte, die Tradition der Familientreffen zu erhalten. 1998 fand dann das 15. Treffen statt. Ab da sollte sich das Treffen alle 5 Jahre wiederholen.

 

Im Jahr 2002 verstarb der Sippenpräsident Johannes Schulze Everding im Alter von 95 Jahren.

2003 konnte das 50 jährige Jubiläumstreffen mit ca. 550 Teilnehmern gefeiert werden.

Heute kommt die Familie Everding zum 17. mal zusammen. Hierzu haben sich mehr als 500 Verwandte schriftlich angemeldet. Mit Sicherheit , das hat die Vergangenheit gezeigt, kommen auch noch viele Sippenmitglieder, die sich nicht angemeldet haben.

Bei dieser großen Teilnehmerschar ist es natürlich nicht ganz einfach die Verwandtschaftsver-hältnisse zu kennen. Geht man davon aus, dass der Familienstammbaum ca. 2200 Personen enthält, von denen ca. 1600 noch leben, kann man diese Datenflut heute nur noch mit Computerprogrammen verwalten. Deshalb hat Ludwig Schulze Everding für das Sippenfest 2003 –aufbauend auf den Daten, die sein Vater gesammelt hatte - mit Hilfe eines PC-Programms einen Stammbaum in Buchform  erstellt, der für das heutige Treffen wiederum aktualisiert wurde. Die dazu benötigten neuen Daten wurden in einem Rundschreiben, das gleichzeitig die Ankündigung für das neue Sippenfest enthielt, bei den Sippenmitgliedern erfragt. Welche Arbeit das Einsortieren in den vorhandenen Stammbaum verursacht, kann man sich leicht vorstellen. Um der nüchternen Darstellung der Familiendaten noch mehr Aussagekraft zu verleihen, wurde den Daten der verstorbenen Vorfahren auch noch deren Porträtfotos hinzugefügt. Schaut man sich den aktuellen Stammbaum an, stellt man fest, dass bei den Gesichtern der Vorfahren noch große Lücken existieren. Wir arbeiten jedoch daran, dass sich diese Präsentation der Gesichter in den nächsten Jahren noch verbessert.

 

Mit Hilfe dieses Stammbaums können die Sippenmitglieder jetzt in übersichtlicher Form die Verwandtschaftsverhältnisse klären. Die Eltern können darüber hinaus ihren Kindern zeigen, wie Großeltern, Urgroßeltern und Ur-Ur-Großeltern ausgesehen haben.

 

Cousinen zweiten Grades

 

Die beiden ältesten Familienmitglieder Maria  Everding (90) und Anny Schulze Everding (96) genießen das familiäre Großereignis. „Das immer einfach zu schön, zu schön“, sagt  Maria erzückt.


Familienbande

Die Saaltür fliegt auf, heraus ergießt sich eine Horde Kinder, stolpernd und prustend. Wunder nimmt das Namenschild an ihren Kragen, fast so sehr wie die Flut an Kinderwagen, die den Flur zum Saal fast unpassierbar macht. „Hoppla“, sagt eine Frau am Eingang mitten in das Stimmengewirr hinein und mustert und mustert das Revers des Neuankömmlings so begehrlich, als müsse da auch gleich ein Schildchen dran.

Mit „Schulze Everding“ drauf oder einfach bloß „Everding“, denn so heißen hier fast alle der rund 500 Gäste, die an diesem sonnigen Samstag in die Gaststätte nach Ostbevern gekommen sind: zum 17. Sippenfest der 200 Jahre alten Familie. „WES, OS, ST, EU, GT, MS, WAF und M“, verraten bereits die Autokennzeichen vor der Tür, dass sich die Mitglieder bereits in alle Winde zerstreut haben. Was sie jedoch nicht davon abhält, im Fünf-Jahres-Turnus zusammenzukommen. Das Familienwappen ein Schimmel in Ritterrüstung, kündet, sorgsam an die Saaltür gepinnt, vor derlei Gemeinsamkeit. Bedächtig führt Schulze Everding Neugierige einen Raum weiter . Dorthin wo er den Stammbaum in 44 Plakaten an eine Stellwand geklebt hat. „200 Jahre zurück“, deutet er auf ein Schwarz-Weiß-Foto mit ernst dreinblickendem Herrn, und sie sehen unseren Stammvater Bernhard Heinrich Suttarp anno 1809.“ Der habe nacheinander zwei Frauen gehabt, Halbschwestern vom Amelsbürener Hof Schulze Everding. Damals sah man das wirtschaftlich“, sagt der Wahl-Ahlener und grinst.

Nach dem Tode der ersten also, der die sogenannte gelbe Familienlinie entsprang, ehelichte Suttarp seine zweite Frau, deren Kinder die weiße, rote und grüne Linie bildeten. Warum die Nachkommen mal nur Everding hießen und mal ein Schulze davor hatten, begründet der Hobby-Historiker mit der Schusseligkeit der jeweiligen Pastoren, die das Familienbuch führten.

„2200 Namen“ sagt Schulze Everding stünden derzeit auf dem Stammbaum, 1800 davon lebten heute. Klar könne man sich nicht alle merken, daher die Namenschilder. Jeder bekomme bei den Festen eine Nadel in die Hand gedrückt, die müsse er in seinen Namen stechen und die Daten überprüfen. „denn sicher sind mir ein paar Geburten und Hochzeiten durch die Lappen gegangen“, lacht der 62-jährige. Allein in den vergangenen fünf Jahren 80 neue Erdenbürger und 40 Sterbefälle gegeben.

„Eine gute Quote für die heutige Zeit“ findet Theo Zumkley aus Birten, der seinem Vetter stets bei den Festvorbereitungen zur Hand geht. Allein die gesellschaftstypische Scheidungsrate habe vor den Everdings nicht halt gemacht. „Früher gab’s in der Sippen-zeitung immer die Rubrik Scheidungen gleich null. Die ist irgendwann wie von ungefähr verschwunden.“ Um den Stammbaum mit Fotos zu versehen, seien sie in der Verwandtschaft hausieren gegangen, hätten in Zigarren- und Pralinenkästen gewühlt. Ob denn wohl auch mal untereinander geheiratet wird? „Naja“, strecht sich Ludwig Schulze Everding verschmitzt über den Bart , seine Eltern seien verwandt gewesen: Mutter aus der grünen, Vater aus der Weißen Linie.“ Wohlhabend sei die Sippe nie gewesen, wohl habe es einen Promi gegeben: August Everding den Intendant der Münchner Kammerspiele, erst kürzlich verstorben. Der sei auch immer am längsten geblieben, erinnert sich Zumkley und erzählt von den Champagnerflaschen, die „der Kulturpapst“ zu später Stunde immer spendiert habe. „Ausdauer“ lacht der Birtener „ist halt eine typische everdingsche Tugend.“

  

 Ludwig Schulze Everding vor dem Stammbaum, den er in 44 Plakaten auf eine Stellwand geklebt hat.

 

 

 


 Sippenfest am 29.03.2003

Das Stammhaus in Amelsbüren

 

Der Stammhof der Schulze Everdings liegt in Amelsbüren zwischen Kanal und Ortskern. Um vom Ort aus auf den Hof zu gelangen, muss man den Emmerbach überqueren. Heute leben hier Christoph Schulze Everding, Ehefrau Sabine, Nesthäkchen Franziska sowie Julia und Christina (nicht im Bild) Die Familie kommt natürlich auch zum Sippentreffen.

 

600 kommen zum Sippenfest

 

Bernhardine und Clemens Everding aus Wolbeck sind stolz auf das Wappen der Familie Schulze Everding, das1984 von der Deutschen Forschungsgesellschaft für Familienwappen und –Chroniken für alle Schulze Everdings erstellt wurde. Der Emmerbach und weitere Symbole, die auf die Herkunft und die bäuerliche Tradition der Familie hinweisen, sind darauf zu erkennen.

 

Große Ereignisse werfen lange Schatten voraus. So bedarf  es bei der Organisation des Sippenfestes der Schulze Everdings mit rund 600 Teilnehmern einer langen Vorbereitungszeit.

Der Festausschuss, der das Treffen der ursprünglich aus Amelsbüren stammenden Familie organisiert, traf sich daher erstmals im Mai 2000. Denn das Fest das am Samstag, den 26 April 2003, ab 15 Uhr in der Havixbecker Gaststätte Overwaul stattfinden wird, soll ein ganz besonderes werden. Schließlich sehen sich viele Schulze Everdings seit genau 50 Jahren regelmäßig bei solchen Zusammenkünften wieder.

Das erste Ereignis dieser Art wurde 1953 vom „Sippenpräsidenten“ Johann Schulze Everding aus Ahlen Vorhelm organisiert. Dazu lud er die Nachkommen des Bernhard Heinrich Suttarp (1775-1842) ein der auf dem Hof Schulze Everding in Amelsbüren eingeheiratet hatte und fortan diesen Namen führte.

Die Sippe Schulze Everding ist in vier Zweige unterteilt, die auf vier Kinder Bernhard Heinrich Suttarps zurückzuführen sind. Der „weißen Linie“ gehören die Nachkommen des auf dem Hof verbliebenen ältesten Sohns an. „Die Gelben“ sind die Nachfahren de Sprösslings der die Post und eine Gaststätte in Amelsbüren verwaltete. Der dritten Linie wurde die Farbe Rot zugewiesen, weil dieser Sohn in die Familie Rothland eingeheiratet hatte. Da eine Tochter Bernhard Heinrich Suttarps auf eine Hof in Nienberge am „grünen Vorgebirgshügel“ einheiratete, ist die Farbe des Vierten Familienzweigs grün.

Seit dem letzten Sippenfest 1998 wird  diese Feier von einem Festausschuss ausgerichtet. Für das Jubiläumstreffen zu dem Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar ein Verwandter aus Kanada erwartet werden, wurde das Komitee auf 14 Personen verdoppelt. Dabei nahm man „bewusst jüngere Leute mit in den Ausschuss auf, um sie in die Familientradition einzubinden“, berichtete Mitorganisator Clemens Everding aus Wolbeck. In seinem Namen tritt der alte Titel „Schulze“ der das Amt des Bürgermeisters bezeichnete, nicht auf, da dieser bis 1920 nur auf dem Hof in Amelsbüren verblieb.

Der Name Everding stammt wahrscheinlich von „Overing“, was „über der Are“ bedeutete. „Are“ ist eine altes Wort für Bach und bezeichnet wohl den Emmerbach, der zwischen dem Bauernhof im Davertdorf und dem Ortskern liegt.

Um den Stammbaum kümmert sich Ludwig Schulze Everding, der Sohn des 2002 verstorbenen Sippenpräsidenten. Seit September 2001 hat er die Familiendaten in digitaler Form noch einmal neu erfasst, denn anders wären sie nicht mehr zu bewältigen. Am Samstag wird die Ahnentafel nun auf zehn Stellwänden von insgesamt 15m Länge und 1,20m Höhe ausgebreitet werden. Jeder Ankömmling erhält eine Nadel, die neben seinen Namen stecken soll. Außerdem sind die Gäste gebeten, ihre Daten zu überprüfen.

 Der Festausschuss ist sehr erfreut über die große Resonanz. Von den etwa 1600 lebenden Sippenangehörigen werden am Samstag wie gesagt 600 in Havixbeck erwartet. „ Eine gute Vorrausetzung  dafür , dass sich die Tradition von Sippenpräsident Johannes noch lange fortsetzen wird“, hofft Clemens Everding.

Bei den Everdings geht keiner verloren

  

 Offenbar recht müde von der langen Reise zum Familientreffen nach Havixbeck war dieser kleine Spross der Everdings

  

Tim kann sich nicht finden: „Mich haben sie vergessen.“ Seine Oma reckt sich suchend nach oben, geht mit dem Zeigefinger die Linie entlang, umkreist die Namen von Tanten, Großnichten und angeheirateten Vettern. 15 Meter lang ist der Stammbaum der Everdings, der in einem Havixbecker Gasthaus an neun Stellwänden angeheftet ist. An die 600 Mitglieder der Familie reisten am Samstag zum Sippentreffen.

Am Revers trägt jeder ein Namensschild in Weiß, Gelb, Grün oder Rot: die Farben der vier Familienlinien, die um 1800 mit vier Kindern des Hofes Schulze Everding in Amelsbüren ihren Anfang nahmen. „wir kenne uns doch“, „bist du nicht eine Tochter von Tante Mia?“, “Lange nicht gesehen“, fühlen sich alle im Gedränge des Festsaals miteinander verbunden und duzen sich selbstverständlich, auch wenn sie gerade erst kennen lernen.

„Seit 50 Jahren treffen wir uns jetzt“, erzählt Ludwig Schulze Everding. Sein Vater hatte die erste Versammlung organisiert. „Dessen Mutter war Maria Gräfin  von Looz Corswaren.“ Der Adel kennt seine Vorfahren, hegt und pflegt die Familiengeschichte. Ein Ansporn für Ludwigs verstorbenen Vater: „Jeden Sonntag wurden wir Kinder zu einem anderen Vetter  gekarrt.“ Da wurden die Verwandten ausgefragt, alte Aufzeichnungen studiert, bis der erste Stammbaum in feiner Handschrift vorlag.

Ludwig Schulze Everding pflegt in weiter, notiert Heiraten, Geburten und Todesfälle: Nur per Computer ist das 1965 verzeichneten Sippenangehörigen noch machbar. Bis Evert Harenbrock 1871 in Ostbevern geboren, gehen die Aufzeichnungen zurück. An Daten davor ist kaum heranzukommen: Der Dreißigjährige Krieg hat vieles vernichtet.

Im Saal wird die Familien älteste stürmisch bejubelt. Mit 91 Jahren wollte sie sich trotz Altersbeschwerden das Fest nicht entgehen lassen. Der Jüngste blinzelt aus seinem 13 Tage alten roten Gesichtchen und wird stolz herumgezeigt. Von Flensburg bis Rosenheim sind die Sippenmitglieder angereist, die meisten aber aus Westfalen. Gerd Lutte kam mit seiner Frau aus Kanada, wird dafür beklatscht: „Aber ehrlich gesagt, ich bin sowieso zweimal im Jahr in Deutschland.“

„Sonst trifft man sich nur noch beim Beerdigungskaffee. Das reicht doch nicht“, meint ein junger Vater. Auch seine Tochter hat schon ein Namensschild mit der Farbe ihrer Linie an ihrem T-Shirt. August Everding hat zur größten Berühmtheit gebracht. Der 1999 Verstorbene reiste Als Generalintendant der Bayrischen Staatstheater um die ganze Welt, aber auch wenn es seine Arbeit zuließ zu den Familientreffen. „Ich bin es meinen Kindern schuldig, dass sie ihre Wurzeln kennen“ hatte er in einem Interview einmal gesagt.

Auch Tim hat seinen Platz jetzt sicher. Oma wird an der Stellwand fündig und kann den maulenden Kleinen beruhigen: „Da bist du doch! Mit Mama, Papa und allen, die dazugehören.